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RLTLüftung & Klima

Klimaanlage Stromverbrauch: Was kostet ein Sommer?

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Ein effizientes Split-Klimagerät mit 2,5 kW kommt laut Energielabel auf rund 100 bis 170 kWh pro Sommer, ein mobiles Monoblockgerät braucht für dieselbe Kühlarbeit etwa das Doppelte bis Dreifache. Wie die Werte auf dem Label entstehen, was sie bei 37 Cent je kWh kosten und wo die Rechnung im Alltag abweicht.

Weißes Innengerät einer Split-Klimaanlage mit blau getönter Anzeigeleiste, schräg von unten vor grauem Hintergrund fotografiert
Foto: AlfLucio / Pixabay, Pixabay-Inhaltslizenz

Ein Split-Klimagerät mit 2,5 Kilowatt Kühlleistung verbraucht laut EU-Energielabel zwischen etwa 103 und 172 Kilowattstunden Strom pro Sommer, je nach Effizienzklasse. Beim durchschnittlichen Haushaltsstrompreis von 37,0 Cent je kWh (BDEW, Stand Herbst 2026) sind das rund 38 bis 64 Euro im Jahr. Mobile Monoblockgeräte liegen für dieselbe Kühlarbeit beim Zwei- bis Dreifachen.

Diese Werte sind keine Schätzung aus der Werbung. Dahinter steht eine feste Rechenregel der EU, die sich mit wenigen Zahlen aus dem Datenblatt nachrechnen lässt. Wo die Rechnung zu optimistisch oder zu pessimistisch ist, zeigen die Abschnitte weiter unten.

Ein Hinweis vorab: Split-Geräte enthalten ein Kältemittel. Den Kältekreis dürfen nur zertifizierte Fachbetriebe öffnen und befüllen. Wer eine Anlage montieren oder warten lässt, muss nach Art. 10 Abs. 12 der F-Gase-Verordnung (EU) 2024/573 prüfen, ob der Betrieb die nötige Zertifizierung hat, so das Umweltbundesamt.

Wie das Energielabel den Jahresverbrauch berechnet

Fest installierte Klimageräte bis 12 kW tragen ein Energielabel nach der Verordnung (EU) Nr. 626/2011. Für die Kühlung gibt es einen Jahresverbrauch in kWh an. Die Ökodesign-Verordnung (EU) Nr. 206/2012 definiert ihn so: Die Kühllast bei Auslegung (Pdesignc, in kW) wird mit 350 Volllaststunden multipliziert und durch die saisonale Effizienz SEER geteilt. Der SEER enthält bereits den Strom für Bereitschaft, Thermostat-Aus und die Kurbelwannenheizung des Verdichters.

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Die Formel lautet vereinfacht: Jahresverbrauch = Pdesignc × 350 h ÷ SEER. Gemeint ist keine Laufzeit. Die 350 Stunden sind sogenannte Äquivalent-Volllaststunden und stehen für einen durchschnittlichen europäischen Sommer, in dem das Gerät die volle Auslegungsleistung nur selten bringt und meist im Teillastbetrieb läuft. Ausgelegt ist die Rechnung auf 27 °C innen bei 35 °C außen.

Mobile Einkanalgeräte (Monoblock mit einem Abluftschlauch) bekommen ein anderes Label. Es nennt keinen Jahreswert, sondern den Verbrauch in „kWh/60 min“, also pro Betriebsstunde unter Nennbedingungen. Rechnerisch ist das die Kühlleistung geteilt durch den EER-Wert.

Strom, wenn das Gerät nicht kühlt

Auch außerhalb des Kühlbetriebs zieht ein Split-Gerät etwas Strom. Die Verordnung 626/2011 setzt dafür in Anhang VII feste Stundenzahlen an. Ein reines Kühlgerät steht danach im Jahr 221 Stunden im Thermostat-Aus, 2.142 Stunden in Bereitschaft und 5.088 Stunden im Aus-Zustand. Die Kurbelwannenheizung, die den Verdichter vor Kältemittel im Öl schützt, wird mit 7.760 Stunden angesetzt.

Bei wenigen Watt Leistung ergibt das zusammen meist nur einige Kilowattstunden im Jahr. Wer das Gerät im Winter nicht nutzt, kann es über die Sicherung oder einen Hauptschalter vom Netz trennen. Vorher sollte der Fachbetrieb bestätigen, dass das beim jeweiligen Modell unbedenklich ist.

Was ein Sommer kostet: Tabelle nach Gerät und Effizienz

Die folgende Tabelle rechnet mit den Klassengrenzen aus Anhang II der Verordnung 626/2011 und dem BDEW-Durchschnittspreis von 37,0 ct/kWh. Damit die Werte vergleichbar sind, liefert jedes Gerät dieselbe Kühlarbeit wie ein 2,5-kW-Split in 350 Volllaststunden, also 875 kWh Kälte.

GerätEffizienzStrom pro SaisonKosten bei 37 ct/kWh
Split 2,5 kW, Klasse A+++SEER 8,5103 kWh38 €
Split 2,5 kW, Klasse A++SEER 6,1143 kWh53 €
Split 2,5 kW, Klasse ASEER 5,1172 kWh64 €
Split 3,5 kW, BeispielSEER 7,0175 kWh65 €
Monoblock, Klasse AEER 2,6337 kWh125 €
Monoblock, Klasse A+++EER 4,1213 kWh79 €

Die Tabelle nutzt dieselbe Formel wie das Label. Weil der SEER den Strom für Bereitschaft und Kurbelwannenheizung schon enthält, entsprechen die Split-Werte bis auf Rundung dem Labelwert. Für die Monoblock-Zeilen gilt: Der Wert setzt voraus, dass das Gerät so lange läuft, bis es dieselbe Kälte geliefert hat wie der Split.

Rechenbeispiel: Verbrauch pro Stunde und pro Tag

Wer wissen will, was ein heißer Tag kostet, rechnet über die durchschnittliche Leistungsaufnahme. Ein Split mit 2,5 kW und SEER 6,1 nimmt, mit dem SEER als Saisonmittel gerechnet, bei Volllast rund 2,5 ÷ 6,1 = 0,41 kW auf.

  1. Leistungsaufnahme: 2,5 kW ÷ 6,1 = 0,41 kW.
  2. Acht Stunden bei voller Last: 0,41 kW × 8 h = 3,3 kWh.
  3. Kosten: 3,3 kWh × 0,37 € = 1,21 € pro Tag.
  4. Zum Vergleich ein Monoblock mit 2,6 kW und EER 2,6: 1,0 kWh pro Stunde, acht Stunden ergeben 8 kWh oder 2,96 €.

Das gilt für einen Tag, an dem die volle Kühlleistung durchgehend gebraucht wird. An den meisten Sommertagen regelt ein Inverter-Gerät deutlich herunter, und der Verbrauch liegt darunter. Eine Stunde Volllast kostet beim Split also rund 15 Cent, beim Monoblock rund 37 Cent.

Warum mobile Geräte so viel mehr verbrauchen

Ein Monoblock steht mit Verdichter und Verflüssiger komplett im Raum. Er saugt Raumluft an, erwärmt sie am Verflüssiger und bläst sie durch den Schlauch nach draußen. Die fehlende Luft strömt durch Fenster- und Türritzen nach, und die kommt an heißen Tagen mit 30 °C oder mehr herein.

Das Label bildet diesen Effekt nicht ab. Nach Anhang VII der Verordnung 626/2011 wird ein Einkanalgerät mit 35 °C Luft auf beiden Seiten geprüft, und der Verflüssiger bekommt Raumluft statt Außenluft. Die nachströmende warme Luft fließt nicht in den EER ein. Im Alltag liegt der Verbrauch je gekühltem Grad deshalb eher über dem Tabellenwert. Hinzu kommt der Spalt am Fenster, durch den der Schlauch geführt wird.

Hellgraues Außengerät einer Klimaanlage mit großem Lüftergitter vorn und Lamellenwärmetauscher an der Seite
Beim Split-Gerät sitzen Verdichter und Wärmetauscher im Außengerät, die Abwärme bleibt draußen. Foto: AlfLucio / Pixabay (Quelle, Pixabay-Inhaltslizenz)

Beim Split-Gerät sitzt der Wärmetauscher, der die Wärme abgibt, im Außengerät. Im Raum hängt nur das Innengerät, und die Wohnung bleibt geschlossen. Das erklärt den großen Abstand in der Tabelle: Ein Split der Klasse A++ braucht für dieselbe Kühlarbeit gut 40 Prozent dessen, was ein Monoblock der Klasse A verbraucht.

Verbrauch im Datenblatt ablesen: Checkliste

Beim Kauf lohnt sich ein Blick auf vier Angaben. Zu finden sind sie auf dem Label oder im Produktdatenblatt, das nach der Verordnung 626/2011 jedem Gerät beiliegen muss.

  • Pdesignc in kW: die Kühllast bei 35 °C außen. Bei gleichem SEER verbraucht ein größeres Gerät mehr.
  • SEER bei Split, EER bei Monoblock: je höher, desto weniger Strom je kWh Kälte.
  • Jahresverbrauch Kühlen in kWh/a (Split) oder kWh/60 min (Monoblock): den Wert mit dem eigenen Arbeitspreis multiplizieren.
  • SCOP und Jahresverbrauch Heizen, wenn das Gerät auch heizen soll: Die Heizsaison „durchschnittlich“ rechnet nach Verordnung 626/2011 mit 1.400 Volllaststunden.

Für die Effizienzklassen gelten nach Anhang II der Verordnung feste Grenzen. Ein Split erreicht A+++ ab SEER 8,5, A++ ab 6,1 und A+ ab 5,6. Bei Einkanalgeräten liegt A+++ bei EER 4,1 und A bei 2,6.

Wo die Rechnung vom Alltag abweicht

Die 350 Volllaststunden sind ein europäischer Mittelwert. Ein Dachgeschoss mit großen Südfenstern in einem heißen Sommer kann deutlich mehr Kühlarbeit verlangen, ein gut verschattetes Erdgeschoss weniger. Das Label taugt deshalb vor allem zum Vergleich zwischen Geräten und nur grob zur Vorhersage der eigenen Rechnung.

Wie stark der Raum aufgeheizt wird, entscheidet mehr als die Gerätegröße. Außenliegende Verschattung hält die Sonne ab, bevor sie Wärme ins Zimmer bringt. Wer tagsüber Rollläden schließt und nachts lüftet, senkt die Kühllast und damit den Stromverbrauch. Auch ein Gerät, das für den Raum zu groß ist, arbeitet schlechter, weil es häufiger takten muss.

Der Strompreis ist die zweite Stellgröße. Der BDEW nennt für 2026 einen Durchschnitt von 37,0 ct/kWh, Destatis meldete für das 2. Halbjahr 2025 noch 40,55 ct/kWh. Wer den eigenen Arbeitspreis aus der Jahresabrechnung einsetzt, bekommt einen genaueren Wert. Eine Photovoltaikanlage passt gut zur Klimaanlage, weil der Kühlbedarf mit der Sonneneinstrahlung steigt.

Häufige Fragen

Wie viel Strom zieht eine Klimaanlage pro Tag?

Ein 2,5-kW-Split der Klasse A++ braucht bei acht Stunden Volllast etwa 3,3 kWh, das sind 1,21 € bei 37 ct/kWh. Ein Monoblock mit EER 2,6 kommt im selben Fall auf rund 8 kWh oder 2,96 €.

Sind Klimaanlagen Stromfresser?

Ein effizientes Split-Gerät eher nicht: 103 bis 172 kWh pro Saison kosten bei 37 ct/kWh 38 bis 64 Euro. Mobile Monoblockgeräte brauchen für dieselbe Kühlarbeit 210 bis 340 kWh und liegen damit bei 79 bis 125 Euro.

Sollte die Klimaanlage dauerhaft laufen?

Pauschal lässt sich das nicht beantworten. Der Verbrauch hängt an der Wärme, die abgeführt werden muss, nicht allein an den Betriebsstunden. Bei längerer Abwesenheit spart das Abschalten oder ein Zeitprogramm Strom. Je näher die Solltemperatur an der Außentemperatur liegt, desto weniger Wärme muss das Gerät abführen.

Ist Heizen mit Klimaanlage günstiger als mit Gas?

Bei effizienten Split-Geräten oft ja. Mit einem SCOP von 4,6 kostet eine Kilowattstunde Wärme 37 ct ÷ 4,6 = 8,0 ct. Gas kostete laut Destatis im 2. Halbjahr 2025 im Schnitt 12,23 ct/kWh. Bei angenommenen 90 Prozent Nutzungsgrad der Heizung sind das rund 13,6 ct je Kilowattstunde Wärme. Ein Split ersetzt aber meist nur die Heizung einzelner Räume, nicht die Warmwasserbereitung.

Fazit

Ein fest installiertes Split-Gerät mit 2,5 kW kostet je nach Effizienzklasse etwa 38 bis 64 Euro Strom pro Sommer. Mobile Monoblockgeräte verbrauchen für dieselbe Kühlarbeit etwa das Doppelte bis Dreifache und kühlen wegen der nachströmenden Außenluft schlechter, als ihr Label vermuten lässt. Wer dauerhaft kühlen will, sollte zum Split mit SEER über 6 greifen und den Raum vorher gut verschatten. Für die eigene Kostenrechnung reichen der Jahresverbrauch vom Label und der Arbeitspreis aus dem Stromvertrag.

Quellen

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