
Ein Photovoltaik-Carport für einen Stellplatz kostet als Bausatz mit Modulen derzeit rund 4.700 bis 4.800 Euro, eine Doppelversion mit 6,6 kWp gut 8.000 Euro (Händlerpreise, Stand Oktober 2026). Dazu kommen Fundamente, Montage, Wechselrichter und der Anschluss durch einen Elektrofachbetrieb. Im Gegenzug liefert ein Carport mit 5,5 kWp in Mitteldeutschland laut dem EU-Rechner PVGIS rund 5.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr.
Ein Solarcarport ist ein Tragwerk über einer Verkehrsfläche, unter dem Menschen gehen und Autos stehen. Ob Schnee- und Windlasten für den Standort reichen, prüft ein Statiker. Den Netzanschluss nimmt ein eingetragener Elektrofachbetrieb vor. Wo die Module selbst das Dach bilden, gelten für das Glas zusätzliche bauaufsichtliche Anforderungen (siehe unten).
Was kostet ein Solarcarport?
Bei den Preisen gibt es einen großen Unterschied: Manche Angebote sind nur das Gestell, andere schließen die Module ein, keines schließt den Elektroanschluss ein. Die folgende Tabelle zeigt Händlerangebote für Bausätze, Stand Oktober 2026.
| Angebot | Stellplätze | Leistung | Grundmaß | Preis | Preis je kWp |
|---|---|---|---|---|---|
| PV Lager, Alu-Bausatz mit 12 Glas-Glas-Modulen | 1 | 5,52 kWp | 6,92 × 3,71 m | 4.790 € (regulär 5.490 €) | ca. 870 € |
| HUXPOWER Single mit 9 Modulen à 440 W | 1 | 3,96 kWp | 5,28 × 3,39 m | 4.733,50 € | ca. 1.195 € |
| HUXPOWER Double mit 15 Modulen à 440 W | 2 | 6,6 kWp | 5,28 × 5,70 m | 8.079,50 € | ca. 1.225 € |
| HUXPOWER Double, nur Gestell | 2 | ohne Module | 5,28 × 5,70 m | 6.600 € (0 % USt.) | entfällt |
Nicht im Preis enthalten sind bei allen vier Angeboten der Wechselrichter, die Punktfundamente, die Kabelverlegung zum Haus, die Arbeit im Zählerschrank und die Montage. PV Lager nennt den Wechselrichter ausdrücklich als Zusatzposition. Wer die Gesamtkosten vergleichen will, lässt sich deshalb ein Angebot mit allen Posten erstellen. Kabellänge und Zustand des Zählerschranks verändern den Preis von Grundstück zu Grundstück deutlich.
Bei den Doppelcarports lohnt ein Blick auf die Fläche. Der HUXPOWER Double kommt nach den Herstellermaßen auf rund 30 Quadratmeter Grundfläche. Für die Frage, ob eine Baugenehmigung nötig ist, kann das je nach Bundesland den Unterschied machen.
Module auf dem Dach oder Module als Dach?
Es gibt zwei Bauweisen. Bei der ersten bekommt ein normaler Carport ein geschlossenes Dach, zum Beispiel aus Trapezblech, und die Module werden darauf montiert. Bei der zweiten sind die Glas-Glas-Module selbst die Dachhaut. Das spart das Blechdach, es tropft aber durch die Fugen, wenn diese nicht abgedichtet sind.
Für die zweite Bauweise ist das Baurecht strenger. Nach dem Hinweispapier der Allianz BIPV (Stand November 2020) gelten Module, unter denen sich eine zugängliche Verkehrsfläche befindet, als Überkopfverglasung. Dann gelten die Regeln für Glaskonstruktionen nach der Normenreihe DIN 18008, also Verbund-Sicherheitsglas oder ein gesonderter Nachweis wie eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung oder eine Zustimmung im Einzelfall. Übliche Glas-Glas-Module mit eingelegten Solarzellen zählen laut dem Papier nicht ohne Weiteres als Verbund-Sicherheitsglas. Die Erleichterungen für gewöhnliche Dachanlagen (mechanisch gehaltene Module bis 2,0 m²) gelten nicht ohne Weiteres über Verkehrsflächen, die durch herabfallende Glasteile gefährdet werden können. Auch das Bauportal NRW weist für Photovoltaik auf die Verwendbarkeitsnachweise der Verwaltungsvorschrift Technische Baubestimmungen hin.
Wie viel Strom liefert ein Carport mit Solar?
Carportdächer sind flach, meist zwischen 5 und 10 Grad geneigt, und ihre Ausrichtung gibt die Einfahrt vor. Wie sehr das den Ertrag drückt, zeigt eine Berechnung mit PVGIS 5.3, dem Solarrechner der Gemeinsamen Forschungsstelle der EU-Kommission (Strahlungsdaten 2005 bis 2023, kristalline Module, 14 Prozent Systemverluste, frei aufgeständert).
| Neigung und Ausrichtung | Hamburg | Kassel | München |
|---|---|---|---|
| 7°, Süd | 875 kWh/kWp | 910 kWh/kWp | 1.010 kWh/kWp |
| 7°, Ost | 821 kWh/kWp | 855 kWh/kWp | 944 kWh/kWp |
| 7°, West | 818 kWh/kWp | 855 kWh/kWp | 945 kWh/kWp |
| 7°, Nord | 762 kWh/kWp | 797 kWh/kWp | 876 kWh/kWp |
| 30°, Süd (Vergleich Hausdach) | 979 kWh/kWp | 1.009 kWh/kWp | 1.130 kWh/kWp |
Das flache Carportdach bringt also rund 10 Prozent weniger als ein 30-Grad-Süddach am selben Ort. Selbst ein nach Norden geneigtes Carportdach verliert gegenüber Süd nur rund 12 bis 13 Prozent. Bei 7 Grad ist die Himmelsrichtung fast nebensächlich. Was die Werte nicht abbilden: Schatten von Haus, Hecke oder Bäumen. Er kostet am Carport oft mehr als die Ausrichtung, weil der Stellplatz meist bodennah und neben dem Gebäude liegt. Bifaziale Module können über die Rückseite etwas zusätzlich gewinnen, PVGIS rechnet das nicht ein.
Rechenbeispiel: Lohnt sich der Photovoltaik-Carport?
Annahmen: 5,52 kWp, Kassel, 7 Grad, Süd. Ertrag 5,52 kWp × 910 kWh/kWp = rund 5.020 kWh im Jahr. Haushaltsstrom kostet laut BDEW-Strompreisanalyse Herbst 2026 im Schnitt 37,0 ct/kWh. Für die Einspeisung gelten 7,70 ct/kWh (Teileinspeisung bis 10 kWp, Inbetriebnahme August bis Dezember 2026, Bundesnetzagentur). Die Eigenverbrauchsquoten sind Annahmen für das Beispiel.
| Fall | Selbst genutzt | Eingespeist | Wert pro Jahr |
|---|---|---|---|
| Haushalt ohne E-Auto, 30 % Eigenverbrauch | 1.506 kWh × 37,0 ct = 557 € | 3.514 kWh × 7,70 ct = 271 € | 828 € |
| Haushalt mit E-Auto, 50 % Eigenverbrauch | 2.510 kWh × 37,0 ct = 929 € | 2.510 kWh × 7,70 ct = 193 € | 1.122 € |
| Volleinspeisung zu 12,22 ct/kWh | 0 kWh | 5.020 kWh × 12,22 ct = 613 € | 613 € |
Für die Amortisation zählen nur die Mehrkosten gegenüber einem Carport, der ohnehin gebaut worden wäre. Liegen diese Mehrkosten bei 7.000 Euro, rechnet sich die Anlage im ersten Fall nach 7.000 € ÷ 828 € = rund 8,5 Jahren, mit E-Auto nach 7.000 € ÷ 1.122 € = rund 6,2 Jahren. Nicht eingerechnet sind ein späterer Wechselrichtertausch, Versicherung, Zählerkosten und Änderungen des Strompreises. Wer den Carport nur wegen der Solaranlage baut, muss die volle Summe ansetzen. Dann verlängert sich die Rechnung um mehrere Jahre.
Ein E-Auto, das tagsüber unter dem Dach lädt, hebt den Eigenverbrauch am stärksten. Steht das Auto werktags beim Arbeitgeber, bleibt die Quote niedrig. Ein Speicher kann dann helfen, kostet aber selbst Geld, das wieder hereinkommen muss.
Einspeisevergütung: Zählt der Carport als Gebäude?
Für die höhere Vergütung muss die Anlage auf einem Gebäude sitzen. Das EEG definiert ein Gebäude in § 3 Nr. 23 als „jede selbständig benutzbare, überdeckte bauliche Anlage, die von Menschen betreten werden kann und vorrangig dazu bestimmt ist, dem Schutz von Menschen, Tieren oder Sachen zu dienen“. Die Clearingstelle EEG|KWKG bejaht die Gebäudevergütung für Carports, wenn diese Definition im Einzelfall erfüllt ist. Es kommt also darauf an, wofür der Carport vorrangig dient: Steht dort regelmäßig ein Auto, spricht das für den Schutzzweck. Eine Konstruktion, die erkennbar nur als Modulträger gebaut wurde, fällt eher unter „sonstige Anlagen“. Für Carports im Außenbereich nach § 35 BauGB nennt die Clearingstelle die Sonderregeln für Nichtwohngebäude.
| Anlagenart (Inbetriebnahme 1.8. bis 31.12.2026) | Teileinspeisung | Volleinspeisung |
|---|---|---|
| Gebäude, Anteil bis 10 kW | 7,70 ct/kWh | 12,22 ct/kWh |
| Gebäude, Anteil 10 bis 40 kW | 6,66 ct/kWh | 10,24 ct/kWh |
| Sonstige Anlagen (§ 48 Abs. 1 EEG) | 6,19 ct/kWh | 6,19 ct/kWh |
Zwei Regeln betreffen neue kleine Anlagen. Nach § 9 Abs. 2 EEG müssen Anlagen unter 25 kW in der Einspeisevergütung die Einspeisung am Netzanschluss auf 60 Prozent der installierten Leistung begrenzen, bis ein intelligentes Messsystem mit Steuerungseinrichtung eingebaut und getestet ist. Bei 5,52 kWp sind das 3,3 kW. Was mittags darüber liegt und nicht im Haus verbraucht wird, geht verloren. Nach § 51 EEG entfällt die Vergütung in Zeiten negativer Börsenstrompreise, bei Anlagen unter 100 kW erst nach Ablauf des Kalenderjahres, in dem ein intelligentes Messsystem eingebaut wurde. Die Anlage muss außerdem binnen eines Monats nach Inbetriebnahme im Marktstammdatenregister stehen. Ohne Eintrag werden Zahlungen des Netzbetreibers nicht fällig (Bundesnetzagentur).
Die Sätze gelten nach dem EEG 2023, das laut Bundesnetzagentur bis zum 31. Dezember 2026 anwendbar ist. Eine Nachfolgeregelung ist in der parlamentarischen Beratung (Stand Oktober 2026). Wer erst 2027 in Betrieb geht, sollte mit anderen Werten rechnen.
Mehrwertsteuer und Einkommensteuer
Nach § 12 Abs. 3 UStG gilt für Solarmodule, die für den Betrieb wesentlichen Komponenten, Speicher und die Installation ein Umsatzsteuersatz von 0 Prozent, wenn die Anlage auf oder in der Nähe von Privatwohnungen installiert wird. Bis 30 kWp laut Marktstammdatenregister gilt diese Voraussetzung als erfüllt. Ob auch das tragende Carport-Gestell unter den Nullsteuersatz fällt, nennt das Gesetz nicht ausdrücklich. Händler weisen das unterschiedlich aus, ein Anbieter aus der Tabelle oben listet das Gestell zu 0 und zu 19 Prozent. Im Zweifel klärt das eine Steuerberatung vor dem Kauf.
Die Einnahmen aus der Einspeisung sind nach § 3 Nr. 72 EStG steuerfrei, wenn die Anlage auf, an oder in Gebäuden „einschließlich Nebengebäuden“ sitzt und höchstens 30 kWp je Wohneinheit hat. Ein Carport am Einfamilienhaus fällt bei üblicher Größe darunter.
Braucht ein Solarcarport eine Baugenehmigung?
Das regelt jedes Bundesland in seiner Bauordnung. In Bayern sind Garagen einschließlich überdachter Stellplätze bis 50 m² Fläche verfahrensfrei, außer im Außenbereich (Art. 57 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. b BayBO). Solaranlagen auf Dachflächen sind dort ebenfalls verfahrensfrei. Andere Länder ziehen die Flächengrenze anders und haben sie zuletzt teils geändert. Maßgeblich ist die aktuelle Landesbauordnung, Auskunft gibt das örtliche Bauamt.
Verfahrensfrei heißt nicht regelfrei. Das Bauportal NRW betont, dass auch verfahrensfreie Vorhaben Abstandsflächen, Baugrenzen, Bebauungsplan und Gestaltungssatzungen einhalten müssen. An der Grundstücksgrenze erlaubt Bayern Garagen mit einer mittleren Wandhöhe bis 3 m und höchstens 9 m Länge je Grenze, insgesamt 15 m auf dem Grundstück (Art. 6 Abs. 7 BayBO). Aufgeständerte Module können die Höhe über diese Grenze treiben. In Denkmalbereichen braucht es zusätzlich die denkmalrechtliche Erlaubnis.
Für die Statik zählen die Datenblätter. PV Lager gibt für seinen Bausatz eine Schneelast bis 110 kg/m² und eine Windlast von 650 N/m² an, HUXPOWER für den Doppelcarport 0,85 kN/m² Schneelast und Windlastzone 2. Ob das reicht, hängt von Schneelastzone, Geländehöhe und Windzone des Grundstücks nach DIN EN 1991 ab. Diese Werte sind Orientierung und ersetzen keine Prüfung. In schneereichen Lagen oder bei Bauamtsforderung rechnet ein Statiker die Anlage nach.
Checkliste vor dem Kauf
- Bebauungsplan und Landesbauordnung prüfen, Grundfläche des Carports gegen die Grenze für verfahrensfreie Stellplätze halten.
- Abstand zur Grundstücksgrenze und Höhe inklusive Module messen.
- Schneelastzone und Windzone des Grundstücks ermitteln, mit dem Datenblatt vergleichen, im Zweifel Statiker beauftragen.
- Bauweise festlegen: Module auf geschlossenem Dach oder Überkopfmodule mit Zulassung.
- Verschattung durch Haus, Bäume und Nachbarbebauung im Jahreslauf prüfen.
- Angebot mit Fundament, Wechselrichter, Kabelweg, Zählerschrank und Anmeldung einholen.
- Nach Inbetriebnahme binnen eines Monats im Marktstammdatenregister registrieren.
Häufige Fragen
Ist es erlaubt, eine PV-Anlage auf einem Carport zu installieren?
Ja. Solaranlagen auf Dachflächen sind in Bayern verfahrensfrei (Art. 57 BayBO), in Nordrhein-Westfalen nach § 62 Abs. 1 Nr. 3 BauO NRW. Bebauungsplan, Abstandsflächen und Statik gelten trotzdem, der Anschluss läuft über einen Elektrofachbetrieb und den Netzbetreiber.
Lohnt sich ein Stromspeicher am Solarcarport?
Das hängt vom Lastprofil ab. Lädt das E-Auto abends oder nachts, verschiebt ein Speicher Mittagsstrom in diese Zeit. Bei einem Ertrag um 5.000 kWh und geringem Abendverbrauch wird er sich kaum rechnen. Das Rechenbeispiel oben zeigt, dass schon das tagsüber geladene Auto den Wert pro Jahr um knapp 300 Euro hebt.
Was ist teurer, Holz oder Alu?
Alle Bausätze in der Tabelle oben haben ein Aluminiumgestell. Das hat mit dem Gewicht zu tun: Ein 460-Wp-Modul aus dem PV-Lager-Bausatz wiegt 21,5 kg, zwölf Stück also 258 kg. Soll ein vorhandener Holzcarport Module tragen, wird er vorher statisch geprüft.
Fazit
Ein Photovoltaik-Carport lohnt sich vor allem dort, wo ohnehin ein Carport entstehen soll und ein Auto tagsüber unter dem Dach lädt. Das flache Dach kostet rund 10 Prozent Ertrag gegenüber einem Süddach, bei 7 Grad Neigung ist die Himmelsrichtung fast egal, Schatten dagegen nicht. Wichtig sind die Gesamtkosten mit Fundament und Elektroanschluss, ein Datenblatt mit Schneelast für den Standort und bei Modulen als Dachhaut die Zulassung für Überkopfverglasung. Wer 2026 in Betrieb geht, bekommt noch die bekannten EEG-Sätze, danach gelten neue Werte.
Quellen
- Bundesnetzagentur · EEG-Förderung und -Fördersätze · Abruf 10/2026
- Bundesnetzagentur · Solaranlagen und andere EE-Anlagen · Abruf 10/2026
- Clearingstelle EEG|KWKG · Sind PV-Anlagen auf „Carports“ wie Gebäudeanlagen zu behandeln? · Abruf 10/2026
- Bundesministerium der Justiz · § 3 EEG 2023, Begriffsbestimmungen · Abruf 10/2026
- Bundesministerium der Justiz · § 9 EEG 2023, Technische Vorgaben · Abruf 10/2026
- Bundesministerium der Justiz · § 48 EEG 2023, Solare Strahlungsenergie · Abruf 10/2026
- Bundesministerium der Justiz · § 51 EEG 2023, Negative Preise · Abruf 10/2026
- Bundesministerium der Justiz · § 12 UStG, Steuersätze · Abruf 10/2026
- Bundesministerium der Justiz · § 3 EStG · Abruf 10/2026
- Bayerische Staatskanzlei · Art. 57 BayBO, Verfahrensfreie Bauvorhaben · Abruf 10/2026
- Bayerische Staatskanzlei · Art. 6 BayBO, Abstandsflächen · Abruf 10/2026
- Bauportal des Landes Nordrhein-Westfalen · Solaranlage bauen in Nordrhein-Westfalen · Abruf 10/2026
- Allianz BIPV · Technische Baubestimmungen für PV-Module als Bauprodukte (Stand 11/2020) · Abruf 10/2026
- Gemeinsame Forschungsstelle der EU-Kommission · PVGIS 5.3 · Abruf 10/2026
- BDEW · BDEW-Strompreisanalyse Herbst 2026 · Abruf 10/2026


