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HZHeizung & Wärmepumpe

Heizung Wasser nachfüllen: Wie viel bar sind richtig?

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7 Min.

Der grüne Bereich am Manometer ist nur ein grober Anhaltspunkt. Wie viel Druck eine Anlage braucht, hängt von der Höhe des Hauses ab. Mit Rechenweg, Drucktabelle und der Reihenfolge, in der nachgefüllt wird.

Schwarz-weiß-Aufnahme eines runden Manometers mit Skala bis 16 bar an einem Rohr, dahinter unscharf Ventile im Technikraum
Foto: Tobias_Zw / Pixabay, Pixabay-Inhaltslizenz

Bei der Heizung Wasser nachfüllen ist angesagt, wenn das Manometer im kalten Zustand unter den Sollwert der Anlage fällt. Bei einem Einfamilienhaus mit zwei Geschossen liegt dieser Wert laut Bosch meist zwischen 1,2 und 1,8 bar. Die eigene Zahl lässt sich in einer Minute ausrechnen: Höhenunterschied zwischen Wärmeerzeuger und oberstem Heizkörper in Metern mal 0,1, dazu 0,5 bar Zuschlag.

Vorab zur Sicherheit: Nachfüllen ist eine Arbeit am Wasserkreis, nicht am Brenner. Gasleitung, Verkleidung und Elektrik der Therme bleiben zu. Beim anschließenden Entlüften kann heißes Wasser austreten, deshalb nur bei abgekühlten Heizkörpern arbeiten. Mieter melden einen dauerhaft sinkenden Druck dem Vermieter.

Welcher Druck ist richtig?

Eine Zahl für alle Häuser gibt es nicht. Das Heizwasser muss bis zum höchsten Heizkörper hinaufgedrückt werden, und 10 Meter Wassersäule entsprechen rund 1 bar. Viessmann nennt dafür die Formel: Systemdruck = Höhenunterschied in Metern × 0,1 + 0,5 bar. Der Zuschlag gleicht Druckverluste aus und hält an der höchsten Stelle einen Überdruck, damit dort keine Luft angesaugt wird.

Rechenbeispiel: Die Gastherme hängt im Keller, das Manometer sitzt etwa auf 1,5 Metern Höhe. Der oberste Heizkörper steht im Dachgeschoss, seine Oberkante liegt 8 Meter über dem Manometer. 8 × 0,1 = 0,8 bar, plus 0,5 bar ergibt 1,3 bar. Bei kalter Anlage sollte die Anzeige also nicht unter 1,3 bar stehen.

Kessel mit Manometer oberster Heizkörper h Solldruck (kalt) = h in m × 0,1 + 0,5 bar
Maßgeblich ist die Höhe vom Manometer bis zur Oberkante des höchsten Heizkörpers. Grafik: Redaktion

Solldruck nach Gebäudetyp

Die folgenden Werte sind mit der Viessmann-Formel gerechnet. Die Höhen sind typische Annahmen bei rund 3 Metern je Geschoss und ersetzen keinen Blick in die Unterlagen der eigenen Anlage. Steht dort ein anderer Wert, gilt der.

SituationHöhe hRechnungSolldruck kalt
Etagenwohnung, Therme auf gleicher Ebene1 m0,1 + 0,5 bar0,6 bar, Herstellerminimum beachten
Bungalow, Kessel im Hauswirtschaftsraum2 m0,2 + 0,5 bar0,7 bar, Herstellerminimum beachten
Kessel im Keller, Heizkörper bis OG5 m0,5 + 0,5 bar1,0 bar
Kessel im Keller, Heizkörper bis DG8 m0,8 + 0,5 bar1,3 bar
Kessel im Keller, drei Wohngeschosse11 m1,1 + 0,5 bar1,6 bar
Therme im Dachgeschoss, Heizkörper darunter0 m0 + 0,5 bar0,5 bar, Herstellerminimum beachten

Das Herstellerminimum zieht eine Grenze nach unten. Vaillant schreibt in der Betriebsanleitung der ecoTEC exclusive: Liegt der Fülldruck unter 0,8 bar, wird nachgefüllt. Für die Installation gilt bei Vaillant außerdem, dass der Fülldruck mindestens 0,2 bar über dem Vordruck des Ausdehnungsgefäßes liegen muss. Den Vordruck stellt der Fachbetrieb bei der Wartung ein. Wer ihn nicht kennt, findet ihn oft im Wartungsprotokoll.

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Kalt oder warm ablesen?

Kalt. Wasser dehnt sich beim Erwärmen aus, das Ausdehnungsgefäß nimmt das Mehrvolumen auf, und der Zeiger steigt. Alle Sollwerte oben beziehen sich auf die abgekühlte Anlage. Wer bei voller Heizleistung abliest und dann auf 1,5 bar auffüllt, landet nach dem Abkühlen zu tief und am nächsten kalten Morgen womöglich mit einer Störmeldung.

Welches Wasser hinein darf

Einfach den Schlauch an den Wasserhahn zu stecken und aufzudrehen, ist nicht zulässig. Heizungswasser zählt nach DIN EN 1717 mindestens zur Flüssigkeitskategorie 3, mit Inhibitoren zur Kategorie 4, wie Resideo erläutert. Es darf nicht in die Trinkwasserleitung zurückfließen. § 13 Absatz 3 der Trinkwasserverordnung verlangt deshalb für jede Verbindung mit einer Nichttrinkwasseranlage eine Sicherungseinrichtung nach den anerkannten Regeln der Technik. Nach DIN EN 1717 gilt auch ein kurz angeschlossener Füllschlauch als dauerhafte Verbindung. Ein einfacher Rückflussverhinderer reicht laut Resideo deshalb nicht, nötig ist ein Systemtrenner.

In vielen Heizungskellern ist das längst gelöst: Eine fest eingebaute Nachfüllkombination mit Systemtrenner, Druckminderer und zwei Absperrhähnen sitzt zwischen Kaltwasserleitung und Heizkreis. Fehlt sie, gibt es Systemtrenner zum Aufschrauben auf den Zapfhahn. Die Nachrüstung ist eine kleine Arbeit für den Installateur und lohnt sich, weil der Füllschlauch dann nicht bei jedem Nachfüllen Luft in die Anlage trägt.

Anschlussleitungen unter einem Wandheizgerät mit roten Kugelhähnen, einem gewellten Edelstahlrohr und einem Schmutzfänger aus Messing
Anschlüsse unter einem Wandheizgerät mit Absperrhähnen. Foto: byrev / Pixabay (Quelle, Pixabay-Inhaltslizenz)

VDI 2035: Wann normales Leitungswasser nicht mehr reicht

Kalk und Salze aus dem Füllwasser setzen sich im Wärmetauscher ab. Die Richtlinie VDI 2035 Blatt 1 begrenzt deshalb die Härte des Füll- und Ergänzungswassers. Vaillant fasst in seiner Installationsanleitung zusammen: Aufbereitet werden muss, wenn die gesamte Nachfüllmenge über die Nutzungsdauer das Dreifache des Anlagenvolumens überschreitet, wenn die Härte über den Richtwerten der Tabelle liegt oder wenn der pH-Wert des Heizwassers unter 8,2 oder über 10,0 liegt.

Gesamtheizleistungbis 20 l/kW20 bis 50 l/kWüber 50 l/kW
bis 50 kW16,8 °dH11,2 °dH0,11 °dH
50 bis 200 kW11,2 °dH8,4 °dH0,11 °dH

Die Spalten beziehen sich auf das spezifische Anlagenvolumen, also Liter Wasser je Kilowatt Kesselleistung. Laut SYR-Leitfaden zur VDI 2035 haben Plattenheizkörper etwa 15 l/kW, Fußbodenheizungen etwa 20 l/kW, Gussradiatoren etwa 25 l/kW. Anlagen mit Pufferspeicher liegen darüber.

Rechenbeispiel aus dem Leitfaden: Brennwerttherme mit 20 kW und Fußbodenheizung, 20 kW × 20 l/kW = 400 Liter Anlageninhalt. Nach der Dreifach-Regel aus der Vaillant-Anleitung liegt die Grenze für unbehandeltes Füll- und Ergänzungswasser damit bei 1.200 Litern über die gesamte Nutzungsdauer, sofern die Härte des Leitungswassers unter dem Tabellenwert liegt. Ein gelegentliches Nachfüllen nach dem Entlüften kommt da nicht heran. Eine Anlage, die jede Woche einen halben Eimer verliert, schon eher. Wer einen Wasserzähler in der Füllleitung hat, schreibt die Liter ins Anlagenbuch.

Wasser nachfüllen: Schritt für Schritt

Die Reihenfolge folgt den Anleitungen von Bosch, Viessmann und Vaillant. Gibt die Bedienungsanleitung des eigenen Geräts etwas anderes vor, hat sie Vorrang.

  1. Anlage abkühlen lassen, Druck am Manometer oder im Display ablesen und mit dem Sollwert vergleichen.
  2. Alle Thermostatventile ganz öffnen.
  3. Umwälzpumpe abschalten, bei Thermen das Gerät in Bereitschaft schalten. Die Gaszufuhr bleibt unberührt.
  4. Heizkörper entlüften, bei mehreren Etagen von unten nach oben. Erst danach zeigt das Manometer, wie viel Wasser wirklich fehlt.
  5. Bei fest eingebauter Nachfüllkombination direkt mit Schritt 7 weitermachen.
  6. Füllschlauch an den Systemtrenner am Wasserhahn schrauben und mit Wasser füllen, bis er überläuft. Dann an den Füll- und Entleerhahn (KFE-Hahn) des Kessels anschließen. So bleibt keine Luft im Schlauch.
  7. Wasserhahn öffnen, dann den KFE-Hahn oder die Absperrung der Nachfüllkombination langsam aufdrehen.
  8. Den Zeiger beobachten. Bei Sollwert zuerst den KFE-Hahn, dann den Wasserhahn schließen. Bei zu viel Druck über den KFE-Hahn kontrolliert etwas Wasser ablassen.
  9. Zur Kontrolle die Heizkörper noch einmal kurz entlüften, damit keine eingeschleuste Luft im System bleibt, und erneut den Druck ablesen. Fällt er dabei, noch einmal nachfüllen.
  10. Schlauch abnehmen, Pumpe wieder einschalten, Thermostate zurückdrehen.

Am nächsten Morgen den Druck bei kalter Anlage noch einmal prüfen. Hält er, war es das. Bosch empfiehlt, bei wiederholtem Nachfüllen den Druck über einige Wochen zu notieren und die Werte dem Monteur zu zeigen.

Wenn der Druck immer wieder fällt

Ein dichtes System verliert Wasser fast nur beim Entlüften. Wer alle paar Wochen nachfüllen muss, hat ein Leck oder ein defektes Bauteil. Viessmann nennt als häufigste Ursache neben Undichtigkeiten ein Ausdehnungsgefäß mit falschem Vordruck oder gerissener Membran.

BeobachtungMögliche UrsacheWer handelt
Druck sinkt nach jedem Entlüften leichtnormaler WasserverlustBetreiber füllt nach
Kalt sehr niedrig, warm fast am MaximumVordruck im Ausdehnungsgefäß zu niedrig, Membran defektFachbetrieb
Abflussleitung am Sicherheitsventil tropftÜberdruck oder undichtes VentilFachbetrieb
Feuchte Stellen an Ventilen, Verschraubungen, EstrichLeck im HeizkreisFachbetrieb
Druck fällt ohne sichtbares WasserLeck im Wärmetauscher oder in verdeckten LeitungenFachbetrieb

Ständiges Nachfüllen ist mehr als lästig. Mit jedem Liter frischen Wassers kommen Sauerstoff und Härtebildner in die Anlage, und die VDI-Grenze aus dem vorigen Abschnitt rückt näher. Ein Fall für die nächste Wartung, nicht erst für den nächsten Winter.

Häufige Fragen

Ist es gefährlich, wenn die Heizung zu wenig Wasser hat?

Für Menschen nicht, für das Gerät schon. Moderne Thermen schalten bei Wassermangel ab. Vaillant zeigt dann den Fehler F.22 „Sicherheitsabschaltung Wassermangel“ an. Vorher werden obere Heizkörper nicht mehr warm und es gluckert in den Leitungen, weil Luft eindringt.

Kann man bei laufender Heizung Wasser nachfüllen?

Die Hersteller sehen es anders vor. Bosch und Viessmann lassen vor dem Nachfüllen die Umwälzpumpe abschalten. Gemessen und aufgefüllt wird bei kalter Anlage, sonst stimmt der Sollwert nicht.

Wo wird das Wasser nachgefüllt, im Vorlauf oder im Rücklauf?

Dort, wo der Hersteller oder Installateur den Füllanschluss vorgesehen hat: am KFE-Hahn des Kessels, an der Nachfüllkombination oder bei Thermen am Füllhahn des Geräts. Ein Heizkörperventil ist kein Füllanschluss. Bei Unklarheit hilft die Bedienungsanleitung des Geräts.

Wie oft muss Wasser nachgefüllt werden?

Eine feste Frequenz gibt es nicht. In einer dichten Anlage reicht es oft einmal im Jahr nach dem Entlüften zu Beginn der Heizperiode. Viessmann rät, den Druck während der Heizsaison regelmäßig zu kontrollieren. Mehr als ein paar Mal pro Saison deutet auf einen Defekt hin.

Darf man Heizungswasser selbst nachfüllen?

Ja, das zählt zu den Handgriffen, die Betreiber nach Einweisung erledigen dürfen, so Bosch. Voraussetzung ist ein Systemtrenner zwischen Trinkwasser und Heizkreis. Viessmann rät grundsätzlich dazu, die Arbeit dem Fachbetrieb zu überlassen, und richtet seine Anleitung ausdrücklich an Anlagenbesitzer, die das schon mehrmals gemacht haben. Beim ersten Mal lohnt es sich, dem Monteur bei der Wartung zuzusehen.

Fazit

Der richtige Druck ergibt sich aus der Gebäudehöhe: Meter bis zum obersten Heizkörper mal 0,1 plus 0,5 bar, abgelesen bei kalter Anlage und nie unter dem Minimum aus der Bedienungsanleitung. Nachgefüllt wird nur über einen Systemtrenner, langsam und mit anschließendem Entlüften. Ist alle paar Wochen Wasser fällig, liegt ein Defekt vor, meist am Ausdehnungsgefäß. Dann sollte ein Fachbetrieb kommen, bevor zu viel frisches Wasser Kalk in den Wärmetauscher trägt.

Quellen

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